{"id":1211,"date":"2015-06-25T18:39:08","date_gmt":"2015-06-25T17:39:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sakristanen-zh-sh.ch\/wordpress\/?p=1211"},"modified":"2015-06-25T18:39:33","modified_gmt":"2015-06-25T17:39:33","slug":"zuercher-sigristen-kantonaltag-in-rheinau-am-mittwoch-10-juni-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sakristanen-zh-sh.ch\/wordpress\/?p=1211","title":{"rendered":"Z\u00fcrcher Sigristen-Kantonaltag in Rheinau am Mittwoch, 10. Juni 2015"},"content":{"rendered":"<p>Am Mittwochmorgen haben wir uns bei leicht bew\u00f6lktem Himmel im reformierten Kirchgemeindehaus in Rheinau getroffen. Bei Kaffee und Gipfeli wurden wir ganz herzlich begr\u00fcsst und haben uns anregend unterhalten. Gegen 9 Uhr haben wir uns langsam auf den Weg zur Bergkirche gemacht, wo wir die sch\u00f6ne Aussicht bewundern konnten bevor wir uns f\u00fcr eine kleine Andacht in der Kirche besammelt haben. Nach der Begr\u00fcssung und einigen besinnlichen Worten durch Beatrix Wicki, hat uns Herr Richi M\u00fcller, der Kirchgemeindepr\u00e4sident von Rheinau-Ellikon etwas \u00fcber die spezielle Situation in Rheinau erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Die reformierte Kirchgemeinde Rheinau-Ellikon liegt ganz im Norden des Kantons Z\u00fcrich, hat 514 Mitglieder und 3 Gottesdienstorte, die parit\u00e4tisch genutzt werden. Die Geschichte der Kirchgemeinde beginnt 1529 mit dem Ende der Reformation in der Schweiz. Als bei einer Pestepidemie alle reformierten Familie gestorben sind, wurde die damalige Kirchgemeinde Ellikon-Rheinau zur Filiale der Nachbargemeinde Marthalen. Als 1862 das Benediktinerkloster aufgel\u00f6st und in eine psychiatrische Anstalt umgewandelt worden ist, kamen mit den neuen Arbeitnehmern wieder reformierte Familien nach Rheinau, was eine erneute Umstrukturierung mit sich brachte. So wurde wieder eine Pfarrstelle geschaffen und 1979 schliesslich die eigenst\u00e4ndige Kirchgemeinde Rheinau-Ellikon. Neben den Messen in den drei Kirchen in Rheinau selber, der katholischen Klosterkirche sowie den parit\u00e4tisch genutzten St. Magdalenakapelle (\u201eSpitzkirche\u201c) und St. Nikolaus-Kirche (\u201eBergkirche\u201c) wird ca. viermal im Jahr ein Gottesdienst im alten Schulhaus in Ellikon am Rhein angeboten. Etwas ganz Besonderes an Rheinau ist die schon erw\u00e4hnte parit\u00e4tische Nutzung von zwei der drei Kirchen, einmalig im Kanton Z\u00fcrich. W\u00e4hrend die Spitzkirche, so genannt weil sie in der Spitze der kleinen Flussinsel steht, seit ca. 14 Jahren parit\u00e4tisch genutzt wird, ist dies bei der Bergkirche schon seit dem 17. Jahrhundert der Fall. Nach der Aufl\u00f6sung des Klosters ist die Bergkirche in den Besitz des Kantons Z\u00fcrich \u00fcbergegangen. Bei einer gross angelegten Renovation in den 1970er Jahre wurde der Innenausbau stark purifiziert, die Vert\u00e4felung wurde ge\u00e4ndert und die Wandmalereien \u00fcberstrichen. Im August 2004 kam es in den fr\u00fchen Morgenstunden zu einem Blitzeinschlag, infolge dessen der Dachreiter und der Dachstuhl vollst\u00e4ndig abgebrannt sind. Im Zuge der daraufhin n\u00f6tigen Renovationsarbeiten wurden die Wandmalereien im Inneren wieder rekonstruiert. Seit dem Jahr 2010 ist die Bergkirche jeweils zur H\u00e4lfte im Besitz der evangelisch-reformierten und der r\u00f6misch-katholischen Kirchgemeinden.<\/p>\n<p>Nach dieser informativen Einf\u00fchrung spazierten wir gemeinsam auf die Klosterinsel, wo wir auf dem Platz vor dem Kloster von Monika von K\u00e4nel, der Sakristanin der Klosterkirche, in Empfang genommen wurden. Nach einer kurzen Begr\u00fcssung teilten wir uns auf, eine Gruppe besuchte die Musikinsel, die andere die Klosterkirche. Wir beide, die G\u00e4ste des Sakristanenverbandes der Kantone Z\u00fcrich und Schaffhausen, haben uns f\u00fcr die F\u00fchrung in der frisch restaurierten Klosterkirche entschieden.<\/p>\n<p>Das erste Kloster wurde im Jahr 778 gebaut, 1114 folgte ein Neubau im romanischen Stil und 1710 wurde dann die heute noch bestehende Kirche unter Abt Gerold II. im Stil des Barock erbaut. Beim Neubau hat Abt Gerold beschlossen, den sp\u00e4tgotischen Turm aus dem Jahr 1575 nicht abzureissen, sondern dem Zeitgeist folgend einen zweiten, identischen Turm daneben bauen zu lassen. Im Zentrum des Bauwerks steht der pr\u00e4chtige Hochaltar. Alle Alt\u00e4re, sowohl der Hochaltar als auch die vielen Seitenalt\u00e4re, sind mit der L\u00fcstertechnik erbaut, dabei werden auf ein Grundger\u00fcst aus Holz verschiedene Schichten aufgetragen und so ein Marmoreffekt erzeugt. Die \u00fcppigen Deckenfresken zeigen im Mittelgang Szenen aus dem Leben Marias, der die Kirche auch geweiht ist, links und rechts werden Szenen aus dem Leidensweg Christis gezeigt. Die Orgel wurde von Christoph Leu aus Augsburg innerhalb von lediglich vier Jahren gebaut und 1715 w\u00e4hrend zwei Monaten aufgestellt. Sie hat insgesamt 2000 Pfeifen, die von 15 cm bis zu 2 m gross sind und ist die zweit\u00e4lteste Orgel des Kantons Z\u00fcrich. Die \u00c4lteste steht ebenfalls in der Klosterkirche, aber im Chor. Im Barock war Symmetrie ein sehr wichtiges Element beim Bau, was man schon an der Erstellung eines zweiten Turmes sehen konnte. Im Chorraum wurde daher die Chororgel optisch an das ihr gegen\u00fcberliegende Grab des Heiligen Fintan angepasst. Fintan war ein Wanderm\u00f6nch, der im 19. Jahrhundert nach Rheinau gekommen ist und sich dort in eine Zelle einmauern liess. Bei der Aufhebung des Klosters wurde der gr\u00f6sste Teil des Klosterschatzes gespendet, von urspr\u00fcnglich 90 Kelchen sind heute nur noch acht im Besitz des Klosters. Die B\u00fccher der ehemals grossen Klosterbibliothek sind in den Bestand der Zentralbibliothek Z\u00fcrich eingegliedert worden.<\/p>\n<p>Am Ende der F\u00fchrung durfte, wer wollte, noch auf den Turm oder die Glocken anschauen. Danach wechselten wir in den Kaisersaal, wo wir uns bei einem sehr feinen Ap\u00e9ro wieder besammelten und unsere Erlebnisse ausgetauscht haben. Nach dem Ap\u00e9ro verteilten wir uns auf die einzelnen Tischchen und wurden von der Stiftung Fintan mit einem leckeren Essen verw\u00f6hnt. Nach dem bunten Fr\u00fchlingssalat zur Vorspeise gab es einen saftigen Rindsschmorbraten mit Buttersp\u00e4tzli, Saisongem\u00fcse und weissem Spargel. F\u00fcr die Vegetarier der Gruppe gab es anstelle des Schmorbratens ein feines Pilzragout. Vor dem Dessert haben wir einen kleinen Verdauungsspaziergang zur Spitzkirche gemacht. Zur\u00fcck im Kaisersaal hat sich Beatrix Wicki bei den Helfern bedankt. Danach gab es zum Abschluss des Tages noch Kaffee und Apfelstrudel mit Vanillesauce.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Mittwochmorgen haben wir uns bei leicht bew\u00f6lktem Himmel im reformierten Kirchgemeindehaus in Rheinau getroffen. Bei Kaffee und Gipfeli wurden wir ganz herzlich begr\u00fcsst und haben uns anregend unterhalten. Gegen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.sakristanen-zh-sh.ch\/wordpress\/?p=1211\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Z\u00fcrcher Sigristen-Kantonaltag in Rheinau am Mittwoch, 10. 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