{"id":3347,"date":"2026-10-26T17:54:47","date_gmt":"2026-10-26T16:54:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sakristanen-zh-sh.ch\/wordpress\/?p=3347"},"modified":"2026-10-26T18:01:51","modified_gmt":"2026-10-26T17:01:51","slug":"bericht-weiterbildung-fuehrung-gaertnerei-produktion-des-gartencenter-meier-ag-in-tann-duernten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sakristanen-zh-sh.ch\/wordpress\/?p=3347","title":{"rendered":"Bericht Weiterbildung; F\u00fchrung G\u00e4rtnerei (Produktion) des Gartencenter Meier AG in Tann-D\u00fcrnten"},"content":{"rendered":"\n<p>Am Mittwoch, 30. September 2026, 14.00 Uhr, fanden sich 11 Mitglieder in D\u00fcrnten zu einer F\u00fchrung<br>der Produktionsst\u00e4tte des Gartencenters Meier ein. Frau Jasmin M\u00fcller hiess uns im Namen des<br>Betriebs mit einer Flasche Kr\u00e4uter-Eistee willkommen und f\u00fchrte uns anschliessend durch die<br>Gew\u00e4chsh\u00e4user und das Areal. Sie erkl\u00e4rte uns allerlei Wissenswertes \u00fcber die Pflanzen und den<br>Betrieb und beantwortete all unsere Fragen. Nachfolgend eine Zusammenfassung der spannenden<br>F\u00fchrung.<br>Um im sehr grossen Areal schnell von einer St\u00e4tte zur anderen zu gelangen, stehen den Mitarbeitenden<br>Trottinetts und Velos zur Verf\u00fcgung. Ca. 13&#8217;000 Basilikum-Setzlinge werden jedes Jahr selbst ausges\u00e4t. Auch Petersilie wird selbst produziert, je 12&#8217;000 j\u00e4hrlich, italienischer und gekrauster. Vorbei an<br>den Zyklamen gelangten wir zum sog. Bahnhofshaus mit den Pflanzen, die allesamt zugekauft werden. Rund 75 % ist Eigenproduktion, der Rest wird von Spezialbetrieben dazugekauft, insbesondere<br>Produkte mit wenig Nachfrage, oder auch, wenn die eigene Produktion mal nicht ausreicht. Die vielen<br>Pflanzen, Kr\u00e4uter etc. werden nur f\u00fcr das eigene Gartencenter produziert, es werden keine anderen<br>Gesch\u00e4fte damit beliefert. Auf dem Areal befindet sich auch das Personalhaus, welches je nach Bedarf w\u00e4hrend drei bis sechs Monaten polnische Saison-Arbeiter beherbergt, teils auch langj\u00e4hrige.<br>Insbesondere im Fr\u00fchling, wo am meisten produziert wird, werden viele Saisonniers ben\u00f6tigt. Weiter<br>gings zur gr\u00f6ssten und wichtigsten Bew\u00e4sserungszentrale von insgesamt vier. Diese verf\u00fcgen \u00fcber<br>verschiedene, meist unterirdische Regenwasser-Becken in der Gr\u00f6ssenordnung zwischen 450 und 650<br>qm. Die Bew\u00e4sserung \u00fcber die vier Zentralen ist ein geschlossenes System. Das Wasser wird<br>hochgepumpt, wird auf den Tischen angestaut und dasjenige, das nicht gebraucht wird, l\u00e4uft in die<br>R\u00fccklauftanks und wird erneut verwendet, nachdem es gefiltert wurde. Dadurch kann die Wasserverschwendung minimiert werden. Die Pflanzen werden also von unten bew\u00e4ssert. Solange sie aber<br>noch keine Wurzeln entwickelt haben, werden sie von oben, von Hand, mit der Brause bew\u00e4ssert. Um<br>Platz zu sparen, werden im Fr\u00fchling einige Ampel-Pflanzen kultiviert. Hierf\u00fcr existiert von oben her eine<br>pr\u00e4zise Bew\u00e4sserung. Den Wassertanks wird auch D\u00fcnger beigemischt. Das erfolgt nach Rezept. Da<br>das R\u00fccklaufwasser bereits D\u00fcnger enth\u00e4lt, gibt es beim Eingang des Mischbeh\u00e4lters ein Messger\u00e4t,<br>das pr\u00e4zise angibt, wieviel und von welchem D\u00fcnger zugef\u00fcgt werden muss. Auch f\u00fcr diejenigen<br>Pflanzen, die von Hand gegossen werden m\u00fcssen, gibt es ein D\u00fcngeger\u00e4t in kleinem Format. Da das<br>Regenwasser nicht ausreicht, wird Gemeindewasser eingespeist. Diesen extremen Hitze-Sommer<br>wurde es in gewissen Gew\u00e4chsh\u00e4usern bis zu 50\u00b0 heiss, d.h. die Wassergabe musste mengenm\u00e4ssig<br>und vom Zeitpunkt her sehr pr\u00e4zise passieren. Oder gewisse Pflanzen mussten an einen schattigeren<br>Platz versetzt werden. Jasmin M\u00fcller zeigte uns Produkte in rauen Mengen, die bereits f\u00fcr kommenden<br>Februar und den Fr\u00fchling gezogen werden. Einige Pflanzen wie Primeln ben\u00f6tigen ca. sechs Monate,<br>andere drei Monate \u2013 je nach Licht-, Luft- und Temperatur-Verh\u00e4ltnissen. Die Gew\u00e4chsh\u00e4user werden<br>nach Bedarf mit an den D\u00e4chern angebrachten, verschiebbaren Bahnen beschattet. Diese sogenannten Energie- und Schattier-Schirme schattieren am Tag, und in der Nacht, wenn sie ganz<br>geschlossen sind, funktionieren sie als Energie-Schirme, die die W\u00e4rme unten zur\u00fcckbeh\u00e4lt und nicht<br>durch das Dach verloren geht. Die W\u00e4rme wird je nach Art der Pflanzen durch ein Computerprogramm<br>reguliert. Wenn zu viel Schnee auf den Glasd\u00e4chern ist, m\u00fcssen die D\u00e4cher geheizt werden. Bei einer<br>weiteren Station bat uns Frau M\u00fcller, durch Schmecken und Reiben eine Pflanze zu erkennen:<br>Strauchbasilikum. Den Strauchbasilikum kann man aufziehen als Baum und immer wieder in die<br>gew\u00fcnschte Form zur\u00fcckschneiden. Der Strauchbasilikum ben\u00f6tigt eine Temperatur von mind. 10\u00b0,<br>einen hellen Standort und sehr wenig Wasser. Zur Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung werden in den Gew\u00e4chsh\u00e4usern N\u00fctzlinge ausgebracht, d.h. es werden gute Tiere ausgebracht, die die schlechten fressen. Die<br>G\u00e4rtnerei besch\u00e4ftigt in der Abteilung Produktion ein bis zwei Lehrlinge. Es werden Lehrlingswochen<br>angeboten, an denen sie \u00fcber ein gew\u00fcnschtes Thema vertieft ausgebildet werden und sie am Ende<br>einen Bericht \u00fcber den Kurs schreiben m\u00fcssen. Dazu werden auch gen\u00fcgend Berufsbildner<br>ausgebildet. Durch diese F\u00f6rderung wird gew\u00e4hrleistet, dass immer gen\u00fcgend gutes Personal zurVerf\u00fcgung steht. Viele bleiben nach der abgeschlossenen Lehre im Betrieb, was f\u00fcr das gute<br>Betriebsklima spricht. In der Produktion sind 20 bis 30 Angestellte besch\u00e4ftigt, je nach Saison. Im<br>ganzen Betrieb werden 200 bis 250 Stellen besetzt. Weiter geht\u2019s zur Abteilung mit dem Gem\u00fcse und<br>den Kr\u00e4utern, dessen Samen maschinell ausges\u00e4t werden. Die Samen werden nicht selbst gez\u00fcchtet,<br>die werden bei spezialisierten Samenlieferanten eingekauft. Je nach Nachfrage werden auch einige<br>Setzlinge dazugekauft. Insbesondere f\u00fcr die Lernenden werden auch Setzlinge vermehrt. Wenn die<br>Pflanzen eine gewisse Gr\u00f6sse haben, werden sie k\u00fchl gestellt und ggf. auch weniger gew\u00e4ssert, damit<br>sie f\u00fcr den Verkauf nicht zu gross werden. Oder sie werden mit einem schwarzen Tuch bedeckt, z.B.<br>die Chrysanthemen. Wieder ein Haus weiter gelangen wir zur Topfmaschine, wo die T\u00f6pfe bis zur<br>Gr\u00f6sse von 30 cm mit Erde gef\u00fcllt und f\u00fcr die Setzlinge vorgelocht werden. Diese Maschine wird durch<br>den Topfmeister bedient. Frau M\u00fcller erkl\u00e4rt, dass die G\u00e4rtnerei seit diesem Jahr praktisch keinen Torf<br>mehr verwendet. Durch den heftigen Hagelsturm am 20.08.2026 wurde aber ein grosser Teil der<br>Anlagen zunichte gemacht. Personen befanden sich zum Zeitpunkt des Unwetters gl\u00fccklicherweise<br>keine mehr in den Glash\u00e4usern. In der 30-j\u00e4hrigen Geschichte war dieser Hagel in diesem Ausmass<br>eine einmalige Sache. Die Saisonniers im Personalhaus sahen das Unwetter kommen, erstellten<br>Videos und informierten die Betriebsleitung. Bei der Aussaatmaschine angekommen, erkl\u00e4rte uns Frau<br>M\u00fcller, wie die maschinelle Aussaat vonstattengeht. Mit einem Granulat aus Gestein, das das Wasser<br>speichert, wird die Aussaat abgedeckt. Daneben existiert auch eine Plattenf\u00fcllmaschine. Wir gehen<br>weiter \u00fcber das riesige Gel\u00e4nde ins Freie. Die H\u00e4user sind nummeriert, sodass die Lieferanten den<br>richtigen Zugang finden. Die t\u00e4glichen Bestellungen vom Gartencenter werden bereitgestellt und durch<br>die Pendel-Chauffeure zum Verkaufscenter transportiert. Im Fr\u00fchling werden so bis zu 180 km pro Tag<br>zwischen der Produktionsst\u00e4tte und dem nahegelegenen Verkaufscenter zur\u00fcckgelegt. Bis 2018 hatte<br>die G\u00e4rtnerei Meier AG eine eigene Stauden-G\u00e4rtnerei. Diese wurde dann zu Vikardi Stauden AG nach<br>Gr\u00fcningen ausgelagert, die dannzumal von der Firma Meier aufgekauft wurde. Auf die Gartenz\u00e4une<br>mit den aufgeh\u00e4ngten, wundersch\u00f6nen Pflanzen aufmerksam gemacht, erkl\u00e4rt uns Frau M\u00fcller, dass<br>hier mit Pflanzen getestet wird. Die Rosen im Freien werden im Winter kultiviert und sind auf den SeniorChef, der Rosen \u00fcber alles liebt, zur\u00fcckzuf\u00fchren. Der Betrieb versucht, nur so viel zu produzieren, wie<br>auch gebraucht wird, so dass der Kompost auf ein Minimum reduziert werden kann. Der Kompost,<br>welcher dennoch anf\u00e4llt, wird von umliegenden Bauernbetrieben abgeholt. Die Erde wird nach dem<br>eigenen Rezept von \u2018Ricoter Erdaufbereitung AG\u2019 eingekauft, die als Pionier f\u00fcr torffreie Schweizer<br>Erden gilt. Die T\u00f6pfe bestehen weiterhin aus Plastik, mit dem Loge, dem Markennamen der Firma Meier<br>AG. Versuchsweise werden aber beim Gem\u00fcse auch Naturt\u00f6pfe eingesetzt. Das Recycling der<br>verkauften Plastikt\u00f6pfe funktioniert gem\u00e4ss den Ausf\u00fchrungen von Frau M\u00fcller gut, ein sehr grosser<br>Teil wird von der Kundschaft bei den bereit gestellten Boxen zur\u00fcckgebracht und wiederverwendet,<br>solange sie nicht defekt oder unansehnlich sind. Zum Schluss \u00fcbergibt uns Frau M\u00fcller noch die<br>Hauszeitschrift des Gartencenters, das wichtigste Werbemittel, die nach wie vor durch den Senior-Chef<br>gestaltet wird.<br>Schliesslich nehmen wir nach dieser lehrreichen und interessanten F\u00fchrung viel spannendes Wissen<br>mit nach Hause. Einige liessen den Nachmittag dann noch im Restaurant des nahen Gartencenters<br>ausklingen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Bericht: Marianne W\u00e4lchli-Moser<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Mittwoch, 30. September 2026, 14.00 Uhr, fanden sich 11 Mitglieder in D\u00fcrnten zu einer F\u00fchrungder Produktionsst\u00e4tte des Gartencenters Meier ein. 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