Bericht Weiterbildung; Führung Gärtnerei (Produktion) des Gartencenter Meier AG in Tann-Dürnten

Am Mittwoch, 30. September 2026, 14.00 Uhr, fanden sich 11 Mitglieder in Dürnten zu einer Führung
der Produktionsstätte des Gartencenters Meier ein. Frau Jasmin Müller hiess uns im Namen des
Betriebs mit einer Flasche Kräuter-Eistee willkommen und führte uns anschliessend durch die
Gewächshäuser und das Areal. Sie erklärte uns allerlei Wissenswertes über die Pflanzen und den
Betrieb und beantwortete all unsere Fragen. Nachfolgend eine Zusammenfassung der spannenden
Führung.
Um im sehr grossen Areal schnell von einer Stätte zur anderen zu gelangen, stehen den Mitarbeitenden
Trottinetts und Velos zur Verfügung. Ca. 13’000 Basilikum-Setzlinge werden jedes Jahr selbst ausgesät. Auch Petersilie wird selbst produziert, je 12’000 jährlich, italienischer und gekrauster. Vorbei an
den Zyklamen gelangten wir zum sog. Bahnhofshaus mit den Pflanzen, die allesamt zugekauft werden. Rund 75 % ist Eigenproduktion, der Rest wird von Spezialbetrieben dazugekauft, insbesondere
Produkte mit wenig Nachfrage, oder auch, wenn die eigene Produktion mal nicht ausreicht. Die vielen
Pflanzen, Kräuter etc. werden nur für das eigene Gartencenter produziert, es werden keine anderen
Geschäfte damit beliefert. Auf dem Areal befindet sich auch das Personalhaus, welches je nach Bedarf während drei bis sechs Monaten polnische Saison-Arbeiter beherbergt, teils auch langjährige.
Insbesondere im Frühling, wo am meisten produziert wird, werden viele Saisonniers benötigt. Weiter
gings zur grössten und wichtigsten Bewässerungszentrale von insgesamt vier. Diese verfügen über
verschiedene, meist unterirdische Regenwasser-Becken in der Grössenordnung zwischen 450 und 650
qm. Die Bewässerung über die vier Zentralen ist ein geschlossenes System. Das Wasser wird
hochgepumpt, wird auf den Tischen angestaut und dasjenige, das nicht gebraucht wird, läuft in die
Rücklauftanks und wird erneut verwendet, nachdem es gefiltert wurde. Dadurch kann die Wasserverschwendung minimiert werden. Die Pflanzen werden also von unten bewässert. Solange sie aber
noch keine Wurzeln entwickelt haben, werden sie von oben, von Hand, mit der Brause bewässert. Um
Platz zu sparen, werden im Frühling einige Ampel-Pflanzen kultiviert. Hierfür existiert von oben her eine
präzise Bewässerung. Den Wassertanks wird auch Dünger beigemischt. Das erfolgt nach Rezept. Da
das Rücklaufwasser bereits Dünger enthält, gibt es beim Eingang des Mischbehälters ein Messgerät,
das präzise angibt, wieviel und von welchem Dünger zugefügt werden muss. Auch für diejenigen
Pflanzen, die von Hand gegossen werden müssen, gibt es ein Düngegerät in kleinem Format. Da das
Regenwasser nicht ausreicht, wird Gemeindewasser eingespeist. Diesen extremen Hitze-Sommer
wurde es in gewissen Gewächshäusern bis zu 50° heiss, d.h. die Wassergabe musste mengenmässig
und vom Zeitpunkt her sehr präzise passieren. Oder gewisse Pflanzen mussten an einen schattigeren
Platz versetzt werden. Jasmin Müller zeigte uns Produkte in rauen Mengen, die bereits für kommenden
Februar und den Frühling gezogen werden. Einige Pflanzen wie Primeln benötigen ca. sechs Monate,
andere drei Monate – je nach Licht-, Luft- und Temperatur-Verhältnissen. Die Gewächshäuser werden
nach Bedarf mit an den Dächern angebrachten, verschiebbaren Bahnen beschattet. Diese sogenannten Energie- und Schattier-Schirme schattieren am Tag, und in der Nacht, wenn sie ganz
geschlossen sind, funktionieren sie als Energie-Schirme, die die Wärme unten zurückbehält und nicht
durch das Dach verloren geht. Die Wärme wird je nach Art der Pflanzen durch ein Computerprogramm
reguliert. Wenn zu viel Schnee auf den Glasdächern ist, müssen die Dächer geheizt werden. Bei einer
weiteren Station bat uns Frau Müller, durch Schmecken und Reiben eine Pflanze zu erkennen:
Strauchbasilikum. Den Strauchbasilikum kann man aufziehen als Baum und immer wieder in die
gewünschte Form zurückschneiden. Der Strauchbasilikum benötigt eine Temperatur von mind. 10°,
einen hellen Standort und sehr wenig Wasser. Zur Schädlingsbekämpfung werden in den Gewächshäusern Nützlinge ausgebracht, d.h. es werden gute Tiere ausgebracht, die die schlechten fressen. Die
Gärtnerei beschäftigt in der Abteilung Produktion ein bis zwei Lehrlinge. Es werden Lehrlingswochen
angeboten, an denen sie über ein gewünschtes Thema vertieft ausgebildet werden und sie am Ende
einen Bericht über den Kurs schreiben müssen. Dazu werden auch genügend Berufsbildner
ausgebildet. Durch diese Förderung wird gewährleistet, dass immer genügend gutes Personal zurVerfügung steht. Viele bleiben nach der abgeschlossenen Lehre im Betrieb, was für das gute
Betriebsklima spricht. In der Produktion sind 20 bis 30 Angestellte beschäftigt, je nach Saison. Im
ganzen Betrieb werden 200 bis 250 Stellen besetzt. Weiter geht’s zur Abteilung mit dem Gemüse und
den Kräutern, dessen Samen maschinell ausgesät werden. Die Samen werden nicht selbst gezüchtet,
die werden bei spezialisierten Samenlieferanten eingekauft. Je nach Nachfrage werden auch einige
Setzlinge dazugekauft. Insbesondere für die Lernenden werden auch Setzlinge vermehrt. Wenn die
Pflanzen eine gewisse Grösse haben, werden sie kühl gestellt und ggf. auch weniger gewässert, damit
sie für den Verkauf nicht zu gross werden. Oder sie werden mit einem schwarzen Tuch bedeckt, z.B.
die Chrysanthemen. Wieder ein Haus weiter gelangen wir zur Topfmaschine, wo die Töpfe bis zur
Grösse von 30 cm mit Erde gefüllt und für die Setzlinge vorgelocht werden. Diese Maschine wird durch
den Topfmeister bedient. Frau Müller erklärt, dass die Gärtnerei seit diesem Jahr praktisch keinen Torf
mehr verwendet. Durch den heftigen Hagelsturm am 20.08.2026 wurde aber ein grosser Teil der
Anlagen zunichte gemacht. Personen befanden sich zum Zeitpunkt des Unwetters glücklicherweise
keine mehr in den Glashäusern. In der 30-jährigen Geschichte war dieser Hagel in diesem Ausmass
eine einmalige Sache. Die Saisonniers im Personalhaus sahen das Unwetter kommen, erstellten
Videos und informierten die Betriebsleitung. Bei der Aussaatmaschine angekommen, erklärte uns Frau
Müller, wie die maschinelle Aussaat vonstattengeht. Mit einem Granulat aus Gestein, das das Wasser
speichert, wird die Aussaat abgedeckt. Daneben existiert auch eine Plattenfüllmaschine. Wir gehen
weiter über das riesige Gelände ins Freie. Die Häuser sind nummeriert, sodass die Lieferanten den
richtigen Zugang finden. Die täglichen Bestellungen vom Gartencenter werden bereitgestellt und durch
die Pendel-Chauffeure zum Verkaufscenter transportiert. Im Frühling werden so bis zu 180 km pro Tag
zwischen der Produktionsstätte und dem nahegelegenen Verkaufscenter zurückgelegt. Bis 2018 hatte
die Gärtnerei Meier AG eine eigene Stauden-Gärtnerei. Diese wurde dann zu Vikardi Stauden AG nach
Grüningen ausgelagert, die dannzumal von der Firma Meier aufgekauft wurde. Auf die Gartenzäune
mit den aufgehängten, wunderschönen Pflanzen aufmerksam gemacht, erklärt uns Frau Müller, dass
hier mit Pflanzen getestet wird. Die Rosen im Freien werden im Winter kultiviert und sind auf den SeniorChef, der Rosen über alles liebt, zurückzuführen. Der Betrieb versucht, nur so viel zu produzieren, wie
auch gebraucht wird, so dass der Kompost auf ein Minimum reduziert werden kann. Der Kompost,
welcher dennoch anfällt, wird von umliegenden Bauernbetrieben abgeholt. Die Erde wird nach dem
eigenen Rezept von ‘Ricoter Erdaufbereitung AG’ eingekauft, die als Pionier für torffreie Schweizer
Erden gilt. Die Töpfe bestehen weiterhin aus Plastik, mit dem Loge, dem Markennamen der Firma Meier
AG. Versuchsweise werden aber beim Gemüse auch Naturtöpfe eingesetzt. Das Recycling der
verkauften Plastiktöpfe funktioniert gemäss den Ausführungen von Frau Müller gut, ein sehr grosser
Teil wird von der Kundschaft bei den bereit gestellten Boxen zurückgebracht und wiederverwendet,
solange sie nicht defekt oder unansehnlich sind. Zum Schluss übergibt uns Frau Müller noch die
Hauszeitschrift des Gartencenters, das wichtigste Werbemittel, die nach wie vor durch den Senior-Chef
gestaltet wird.
Schliesslich nehmen wir nach dieser lehrreichen und interessanten Führung viel spannendes Wissen
mit nach Hause. Einige liessen den Nachmittag dann noch im Restaurant des nahen Gartencenters
ausklingen.

Für den Bericht: Marianne Wälchli-Moser